Was ist Zustandsüberwachung (Condition Monitoring)?
Zustandsüberwachung (Condition Monitoring) ist die kontinuierliche oder regelmäßige Überwachung des Maschinenzustands während des laufenden Betriebs. Mithilfe von Schwingungsmessgeräten werden Schwingungen erfasst, analysiert und bewertet, um Anomalien im Schwingungsverhalten frühzeitig zu erkennen. So lassen sich Unwuchten, Lagerschäden oder andere Defekte zerstörungsfrei identifizieren, bevor es zu ungeplanten Ausfällen kommt. Condition Monitoring erhöht die Anlagenverfügbarkeit, reduziert Stillstandszeiten und ermöglicht eine bedarfsgerechte sowie kosteneffiziente Wartung.
Worin unterscheiden sich Condition Monitoring und Predictive Maintenance?
Das Condition Monitoring (Zustandsüberwachung) liefert die Zustandsdaten einer Maschine oder Anlage, auf deren Grundlage die Predictive Maintenance die vorausschauende Wartungsplanung vornimmt. Während beim Condition Monitoring mithilfe von Schwingungsmessgeräten das Schwingungsverhalten einer Maschine kontinuierlich oder regelmäßig überwacht und bewertet wird, nutzt die Predictive Maintenance diese Zustandsdaten, um den optimalen Zeitpunkt für Wartungsmaßnahmen vorherzusagen. So können Ersatzteile und Personal bedarfsgerecht eingeplant, ungeplante Anlagenstillstände reduziert und Wartungskosten nachhaltig gesenkt werden.
Welche Normen bewerten Maschinenschwingungen (ISO 10816 bzw. ISO 20816)?
ISO 20816 - Messung und Bewertung der Schwingungen von Maschinen: Diese aktuelle Normenreihe legt Verfahren zur Messung und Bewertung von Maschinenschwingungen fest und hat die frühere ISO 10816 schrittweise abgelöst. Sie definiert unter anderem Messgrößen, Messpositionen und Bewertungskriterien für unterschiedliche Maschinentypen. Mithilfe von Schwingungsmessgeräten wird insbesondere der Effektivwert der Schwinggeschwindigkeit in mm/s (RMS) ermittelt und unter Berücksichtigung von Maschinentyp, Betriebsbedingungen und Aufstellungsart bewertet. Die Einteilung der Messergebnisse in die Bewertungszonen A bis D ermöglicht eine Beurteilung des Maschinenzustands und hilft, erhöhte Schwingungen, beispielsweise durch Unwuchten oder Lagerschäden, frühzeitig zu erkennen.
Ab welcher Schwinggeschwindigkeit gilt der Zustand einer Maschine als kritisch?
Nach ISO 20816-3 können Maschinen abhängig von Maschinengruppe und Aufstellungsart ab etwa 2,8 bis 7,1 mm/s RMS in den kritischen Bewertungsbereich (Zone C) gelangen. Die Einstufung in Zone C bedeutet, dass die Maschine für einen längeren Dauerbetrieb möglicherweise nicht geeignet ist. Ab 4,5 bis 11,2 mm/s RMS wird die Schwingung der Zone D zugeordnet, in dieser Zone können durch den Weiterbetrieb Schäden an der Maschine auftreten. Die Norm definiert konkrete Grenzwerte für verschiedene Maschinentypen anhand von Faktoren wie Maschinenleistung, Betriebsdrehzahl und Unterbau.
Welches Schwingungsmessgerät eignet sich für Maschinendiagnose und Vibrationsanalyse?
Für eine fundierte Maschinendiagnose direkt an der Anlage eignet sich ein mobiler und robuster Schwingungsanalysator wie der VA-14 mit FFT-Analyse. Das vielseitige Schwingungsmessgerät ermöglicht sowohl die Zustandsüberwachung als auch detaillierte Vibrationsanalysen zur Ursachenermittlung. So lassen sich Unwuchten, Fluchtungsfehler, Lagerschäden oder andere auffällige Schwingungen gezielt identifizieren. Die erfassten absoluten Schwingungswerte können zudem nach den Bewertungskriterien der ISO 10816 und ISO 20816 im Gerät ausgewertet und zur frühzeitigen Erkennung von Maschinenproblemen genutzt werden.


