Was regelt die LärmVibArbSchV zum Lärm am Arbeitsplatz?
Die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV) konkretisiert das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und regelt den Schutz von Beschäftigten vor Gefährdungen durch Lärm und Vibrationen am Arbeitsplatz. Sie legt Anforderungen an die Ermittlung und Bewertung der Lärmexposition sowie an die Gefährdungsbeurteilung fest und verpflichtet Arbeitgeber zu geeigneten Schutzmaßnahmen. Die Verordnung legt maßgebliche Auslösewerte für den Tages-Lärmexpositionspegel (LEX,8h) und den C-bewerteten Spitzenschalldruckpegel (LCPeak) fest, aus denen abgestufte Schutzmaßnahmen folgen. Detaillierte Vorgaben zur praktischen Umsetzung bieten die Technischen Regeln zur LärmVibrationsArbSchV (TRLV Lärm).
Welche Auslöse- und Expositionsgrenzwerte gelten für Arbeitslärm?
Gemäß der LärmVibrationsArbSchV gelten als untere Auslösewerte 80 dB(A) für den Tages-Lärmexpositionspegel (LEX,8h) und 135 dB(C) für den Spitzenschalldruckpegel (LCPeak). Die oberen Auslösewerte liegen bei 85 dB(A) bzw. 137 dB(C). Werden die unteren Auslösewerte erreicht oder überschritten, sind durch den Arbeitgeber unter anderem ein geeigneter Gehörschutz bereitzustellen und arbeitsmedizinische Angebotsvorsorge anzubieten. Bei Erreichen der oberen Auslösewerte sind weitergehende Schutzmaßnahmen wie die verpflichtende Verwendung eines Gehörschutzes erforderlich. Für die Lärmeinwirkung auf das Gehör des Beschäftigten gelten unter Berücksichtigung des Gehörschutzes maximale Expositionswerte von 85 dB(A) bzw. 137 dB(C).
Was fordert die ASR A3.7 zum Lärm am Arbeitsplatz?
Die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.7 „Lärm“ konkretisiert die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) an den Schutz der Beschäftigten vor Lärmeinwirkungen in Arbeitsstätten, insbesondere vor extra-auralen Wirkungen. Abhängig von der erforderlichen Konzentration und Sprachverständlichkeit definiert sie drei Tätigkeitskategorien. Für Tätigkeitskategorie I mit hohen Anforderungen gilt ein maximaler Beurteilungspegel Lr von 55 dB(A), für Kategorie II von 70 dB(A). Bei Tätigkeitskategorie III ist der Beurteilungspegel unter Berücksichtigung betrieblicher Lärmminderungsmaßnahmen soweit wie möglich zu reduzieren. Zudem enthält die ASR A3.7 Anforderungen an die Raumakustik und Nachhallzeit T. Für Büros gelten beispielsweise Sollwerte von T = 0,5 s für Callcenter, T = 0,6 s für Mehrpersonen- und Großraumbüros sowie T = 0,8 s für Ein- und Zweipersonenbüros.
Wie misst man die Lärmbelastung am Arbeitsplatz normgerecht?
Eine normgerechte Ermittlung der Lärmbelastung am Arbeitsplatz erfolgt nach der TRLV Lärm, Teil 2 „Messung von Lärm“, unter Berücksichtigung der DIN EN ISO 9612. Typische Schritte sind:
- Fachkunde sicherstellen: Die Messung wird von fachkundigen Personen mit geeigneten Schallpegelmessgeräten durchgeführt.
- Messverfahren wählen: Je nach Arbeitsplatzsituation erfolgt eine ortsfeste oder personengebundene Messung.
- Messgrößen erfassen: Ermittelt werden die Expositionsdauer t (in h), der A-bewertete äquivalente Dauerschallpegel LAeq in dB(A) sowie der C-bewertete Spitzenschallpegel LCPeak in dB(C).
- Auswertung und Beurteilung: Aus Pegel und Expositionsdauer wird der Tages-Lärmexpositionspegel LEX,8h in dB(A) bestimmt und mit den Auslösewerten der LärmVibrationsArbSchV verglichen.
Welches Messgerät eignet sich für Arbeitsschutzmessungen?
Für Arbeitsschutzmessungen nach DIN EN ISO 9612 eignen sich Schallpegelmesser der Klasse 1 oder 2 nach DIN EN 61672-1 sowie Schalldosimeter, abhängig von Messaufgabe und Messverfahren. Für ortsfeste Messungen an stationären Arbeitsplätzen eignen sich beispielsweise Klasse-1-Schallpegelmesser wie der NL38 oder der NL53. Bei wechselnden Tätigkeiten und Arbeitsorten ermöglichen Lärmdosimeter wie das dBadge2 oder NB-14 die personengebundene Erfassung der Lärmexposition über den Arbeitstag. Für die erforderliche Kalibrierung vor und nach jeder Messkampagne eignen sich akustische Kalibratoren wie der NC-75 oder Nor1255.


