Lärm am Arbeitsplatz

Lärmmessung am Arbeitsplatz

Die Lärmexposition, der Beschäftigte an ihrem Arbeitsplatz ausgesetzt sind, kann einen erheblichen Einfluss auf ihre Gesundheit haben. Eine dauerhafte Lärmbelastung im Arbeitsumfeld führt zu Hörschädigungen, Tinnitus oder stressbedingten Beschwerden. Darüber hinaus kann Lärm das Risiko von Arbeitsunfällen erhöhen, da er die Konzentration beeinträchtigt, akustische Warnsignale überdeckt und die Kommunikation zwischen Mitarbeitenden erschwert.

Um diese Gefahren zu minimieren, sind Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, die Lärmbelastung am Arbeitsplatz zu erfassen und geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Grundlage hierfür bildet in Deutschland die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV), mit der die europäische Richtlinie 2003/10/EG in nationales Recht überführt wurde. In der Verordnung sind unter anderem die unteren und oberen Auslösewerte für den Tages-Lärmexpositionspegel (LEX,8h) und den Spitzenschalldruckpegel (LCPeak) festgelegt. Wird einer dieser Werte überschritten, müssen konkrete Maßnahmen zum Gehörschutz eingeleitet werden.

Für die praktische Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen bieten die Technischen Regeln zur Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (TRLV Lärm), insbesondere Teil 2, detaillierte Vorgaben zur Ermittlung und Bewertung der Lärmexposition. Als anerkannte Messmethode gilt die DIN EN ISO 9612, die standardisierte Verfahren zur Bestimmung der Lärmbelastung am Arbeitsplatz beschreibt. Sie legt zudem die Anforderungen an die eingesetzte Messtechnik fest. Ein geeignetes Gerät muss unter anderem der Norm IEC 61672-1 entsprechen und in der Lage sein, den A-bewerteten äquivalenten Dauerschallpegel (LAeq) und den C-bewerteten Spitzenschalldruckpegel (LCPeak) zu erfassen.

Zur Durchführung einer Schallpegelmessung an den jeweiligen Arbeitsplätzen können Schallpegelmesser wie beispielsweise der NL-53 oder der Nor145 eingesetzt werden (Genauigkeitsklasse 1). Diese Geräte bieten präzise Messergebnisse und eignen sich ideal zur punktuellen Beurteilung der Lärmbelastung in festen Arbeitsbereichen. Die personenbezogene Auswertung erfolgt dann in der Software. Nach Eingabe der Tätigkeitszeiten an den jeweiligen Arbeitsplätzen wird der persönliche Lärmexpositionspegel LEX,8h berechnet.

Da viele Beschäftigte im Laufe eines Arbeitstages auch Tätigkeiten an nicht stationären Arbeitsplätzen ausführen, wie beispielsweise Gabelstaplerfahrer, ist eine individuelle Messung der tatsächlichen Lärmexposition erforderlich. Hier kommen sogenannte Schalldosimeter / Schallexposimeter zum Einsatz. Das sind kleine, leichte Schallpegelmesser, wie zum Beispiel der dBadge2 oder der NB-14, die an der Schulter der jeweiligen Person befestigt werden. Sie zeichnen den Pegelzeitverlauf über den gesamten Arbeitstag hinweg auf und ermöglichen eine präzise Bewertung der persönlichen Belastung.

NL38

Schallpegelmesser Klasse 1

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NL53 – Schallpegelmesser Klasse 1

NL53

Schallpegelmesser Klasse 1

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Nor145 – Schallpegelmesser Klasse 1

Nor145

Schallpegelmesser Klasse 1

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NB-14 – Schalldosimeter / Schallexposimeter

NB-14

Schalldosimeter / Schallexposimeter

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Was regelt die LärmVibArbSchV zum Lärm am Arbeitsplatz?

Die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV) konkretisiert das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und regelt den Schutz von Beschäftigten vor Gefährdungen durch Lärm und Vibrationen am Arbeitsplatz. Sie legt Anforderungen an die Ermittlung und Bewertung der Lärmexposition sowie an die Gefährdungsbeurteilung fest und verpflichtet Arbeitgeber zu geeigneten Schutzmaßnahmen. Die Verordnung legt maßgebliche Auslösewerte für den Tages-Lärmexpositionspegel (LEX,8h) und den C-bewerteten Spitzenschalldruckpegel (LCPeak) fest, aus denen abgestufte Schutzmaßnahmen folgen. Detaillierte Vorgaben zur praktischen Umsetzung bieten die Technischen Regeln zur LärmVibrationsArbSchV (TRLV Lärm).

Welche Auslöse- und Expositionsgrenzwerte gelten für Arbeitslärm?

Gemäß der LärmVibrationsArbSchV gelten als untere Auslösewerte 80 dB(A) für den Tages-Lärmexpositionspegel (LEX,8h) und 135 dB(C) für den Spitzenschalldruckpegel (LCPeak). Die oberen Auslösewerte liegen bei 85 dB(A) bzw. 137 dB(C). Werden die unteren Auslösewerte erreicht oder überschritten, sind durch den Arbeitgeber unter anderem ein geeigneter Gehörschutz bereitzustellen und arbeitsmedizinische Angebotsvorsorge anzubieten. Bei Erreichen der oberen Auslösewerte sind weitergehende Schutzmaßnahmen wie die verpflichtende Verwendung eines Gehörschutzes erforderlich. Für die Lärmeinwirkung auf das Gehör des Beschäftigten gelten unter Berücksichtigung des Gehörschutzes maximale Expositionswerte von 85 dB(A) bzw. 137 dB(C).

Was fordert die ASR A3.7 zum Lärm am Arbeitsplatz?

Die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.7 „Lärm“ konkretisiert die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) an den Schutz der Beschäftigten vor Lärmeinwirkungen in Arbeitsstätten, insbesondere vor extra-auralen Wirkungen. Abhängig von der erforderlichen Konzentration und Sprachverständlichkeit definiert sie drei Tätigkeitskategorien. Für Tätigkeitskategorie I mit hohen Anforderungen gilt ein maximaler Beurteilungspegel Lr von 55 dB(A), für Kategorie II von 70 dB(A). Bei Tätigkeitskategorie III ist der Beurteilungspegel unter Berücksichtigung betrieblicher Lärmminderungsmaßnahmen soweit wie möglich zu reduzieren. Zudem enthält die ASR A3.7 Anforderungen an die Raumakustik und Nachhallzeit T. Für Büros gelten beispielsweise Sollwerte von T = 0,5 s für Callcenter, T = 0,6 s für Mehrpersonen- und Großraumbüros sowie T = 0,8 s für Ein- und Zweipersonenbüros.

Wie misst man die Lärmbelastung am Arbeitsplatz normgerecht?

Eine normgerechte Ermittlung der Lärmbelastung am Arbeitsplatz erfolgt nach der TRLV Lärm, Teil 2 „Messung von Lärm“, unter Berücksichtigung der DIN EN ISO 9612. Typische Schritte sind:

  1. Fachkunde sicherstellen: Die Messung wird von fachkundigen Personen mit geeigneten Schallpegelmessgeräten durchgeführt.
  2. Messverfahren wählen: Je nach Arbeitsplatzsituation erfolgt eine ortsfeste oder personengebundene Messung.
  3. Messgrößen erfassen: Ermittelt werden die Expositionsdauer t (in h), der A-bewertete äquivalente Dauerschallpegel LAeq in dB(A) sowie der C-bewertete Spitzenschallpegel LCPeak in dB(C).
  4. Auswertung und Beurteilung: Aus Pegel und Expositionsdauer wird der Tages-Lärmexpositionspegel LEX,8h in dB(A) bestimmt und mit den Auslösewerten der LärmVibrationsArbSchV verglichen.

Welches Messgerät eignet sich für Arbeitsschutzmessungen?

Für Arbeitsschutzmessungen nach DIN EN ISO 9612 eignen sich Schallpegelmesser der Klasse 1 oder 2 nach DIN EN 61672-1 sowie Schalldosimeter, abhängig von Messaufgabe und Messverfahren. Für ortsfeste Messungen an stationären Arbeitsplätzen eignen sich beispielsweise Klasse-1-Schallpegelmesser wie der NL38 oder der NL53. Bei wechselnden Tätigkeiten und Arbeitsorten ermöglichen Lärmdosimeter wie das dBadge2 oder NB-14 die personengebundene Erfassung der Lärmexposition über den Arbeitstag. Für die erforderliche Kalibrierung vor und nach jeder Messkampagne eignen sich akustische Kalibratoren wie der NC-75 oder Nor1255.