Die Bauakustik beschäftigt sich mit der Schallausbreitung in Gebäuden und betrachtet dabei sowohl die Übertragung zwischen einzelnen Räumen – einschließlich der oft entscheidenden Flankenübertragung – als auch die Einwirkung von außen über die Fassade. Das Ziel der bauakustischen Messungen ist es, den Schallschutz und die Schalldämmung von Bauelementen zu bestimmen und zu bewerten. Auf dieser Grundlage können anschließend Maßnahmen entwickelt werden, die eine gezielte Verringerung der Schallübertragung ermöglichen.
Dabei wird zwischen der Anregung durch Luftschall und Trittschall unterschieden. Luftschall entsteht durch Geräuschquellen wie Sprache, Musik oder Verkehrslärm, die auf Bauteile treffen und diese in Schwingung versetzen, wodurch die Schallenergie in angrenzende Räume übertragen wird. Trittschall ist eine besondere Form des Körperschall und entsteht, wenn Schritte oder andere mechanische Anregungen direkt in die Gebäudestruktur eingeleitet werden und sich von dort im Bauwerk ausbreiten.
Um die Schalldämmung zu messen, wird in einem Senderaum ein definierter Geräuschpegel erzeugt. Für Luftschallmessungen dient hierbei typischerweise ein Dodekaeder-Lautsprecher, oder für Trittschallmessungen ein Norm-Trittschall-Hammerwerk bzw. Normhammerwerk als Schallquelle. Die Schalldruckpegel im Senderaum und im angrenzenden Empfangsraum werden anschließend mit einem Bauakustikmesssystem ermittelt und anhand der Pegeldifferenz sowie weiterer Einflussgrößen wie Nachhallzeit und Bezugsfläche die Schalldämmung berechnet. Als Messgröße für die Luftschalldämmung wird das Bau-Schalldämm-Maß / Bauschalldämmmaß R’w und für den Trittschallschutz der Norm-Trittschallpegel L’n verwendet.
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Die Bestimmung der Schalldämmung kann entweder per Schalldruckpegelmessung oder per Schallintensitätsmessung erfolgen. Eine Schallintensitätsmessung ist zwar etwas komplexer, bietet aber die Möglichkeit die Dämmung einzelner Elemente innerhalb eines trennenden Bauteils, zum Beispiel von Türen, zu bestimmen.
Für die Bestimmung der Schalldämmung am Bau gelten folgende Normen:
Die Schallpegelmesser Nor145 (1-kanlig) und Nor150 (2-kanalig) bieten die komplette Projektverwaltung und Auswertung nach DIN EN ISO 16283-1/-2/-3 onboard. Die Messung, die Mittelwertbildung und die Auswertung - bis hin zur Berechnung der Einzahlangabe wie dem Bau-Schalldämm-Maß R'w - kann also am Schallpegelmesser erfolgen, ohne dass dafür ein externes Bedienelement erforderlich wäre. Bei dieser Einsatzvariante halten Sie sich selber im Raum auf und führen die räumliche und zeitliche Mittelung durch, indem Sie entweder den Schallpegelmesser während der Messung manuell durch den Raum schwenken oder mehrere Einzelmessungen an verschiedenen Positionen im Raum durchführen. Der interne Bauakustikmodus im Nor145 führt Sie durch die Messroutine der DIN EN ISO 16283, bildet Mittelwerte (aus mehreren Positionen oder Schwenks) und berechnet die Einzahlangaben nach ISO 717, wie z.B. das Bau-Schalldämm-Maß R’w (siehe Bild) oder der Norm-Trittschallpegel L’n.
Der Leistungsverstärker Nor282 - mit integriertem Akku und WLAN-Modul - kann über WLAN bequem vom Nor145/Nor150 aus gesteuert werden. Das Ein-/Ausschalten des Anregungssignals erfolgt synchronisiert mit Start/Stopp der Messung. Die Verstärkungsstufe des Nor282 lässt sich bequem im Menü des Schallpegelmessers einstellen.
Die Vorteile:
Nachhallzeitmessung mit dem Schallpegelmesser Nor145 und der ORIGAMI-Impulsschallquelle
Bauakustiksystem mit Schallpegelmesser Nor145, Leistungsverstärker Nor282 & Dodekaeder Nor283
Alternativ zur direkten Bedienung des Schallpegelmessers - bis hin zur Bestimmung des Schalldämm-Maßes onboard - kann der Nor145 auch als Messkanal bzw. Mess-Frontend gesteuert werden. Und das dank des onboard WLAN-Moduls auch kabellos. Die kostenfreie App NorVirtual ermöglicht die Steuerung eines einzelnen Nor145, wohingegen über die Software Nor850 mehrere Nor145 und Schallquellen synchron gesteuert werden können.
Die Vorteile der Steuerung über die Nor850:
Für die Bestimmung der Schalldämmung im Prüfstand gelten folgende Normen:
Eine Schallintensitätsmessung ist zwar etwas komplexer, bietet aber die Möglichkeit die Dämmung einzelner Elemente innerhalb eines trennenden Bauteils, zum Beispiel von Türen, zu bestimmen. Im Labor ermöglicht die Intensitätsmessmethode auch eine gezielte Untersuchung einzelner Bauteilbereiche, um Schwachstellen oder Leckagen zu erkennen.
Das Bild zeigt einen typischen Aufbau für die Messung der Luftschalldämmung im Labor, mit Mikrofonschwenkanlagen, zwei parallelen Lautsprechersystemen für Pegelmessungen und einen separaten Lautsprecher für Nachallzeitmessungen im Empfangsraum.
Mit den flexiblen Möglichkeiten der sehr intuitiv zu bedienenden Bauakustiksoftware Nor850 lässt sich eine Vielzahl von Konfigurationsmöglichkeiten für Laboranwendungen realisieren: