Bauakustik / Schalldämmung

Schalldämmungsmessung nach ISO 16283 / ISO 10140 / ISO 15186

Die Bauakustik beschäftigt sich mit der Schallausbreitung in Gebäuden und betrachtet dabei sowohl die Übertragung zwischen einzelnen Räumen – einschließlich der oft entscheidenden Flankenübertragung – als auch die Einwirkung von außen über die Fassade. Das Ziel der bauakustischen Messungen ist es, den Schallschutz und die Schalldämmung von Bauelementen zu bestimmen und zu bewerten. Auf dieser Grundlage können anschließend Maßnahmen entwickelt werden, die eine gezielte Verringerung der Schallübertragung ermöglichen.

Dabei wird zwischen der Anregung durch Luftschall und Trittschall unterschieden. Luftschall entsteht durch Geräuschquellen wie Sprache, Musik oder Verkehrslärm, die auf Bauteile treffen und diese in Schwingung versetzen, wodurch die Schallenergie in angrenzende Räume übertragen wird. Trittschall ist eine besondere Form des Körperschall und entsteht, wenn Schritte oder andere mechanische Anregungen direkt in die Gebäudestruktur eingeleitet werden und sich von dort im Bauwerk ausbreiten.

Um die Schalldämmung zu messen, wird in einem Senderaum ein definierter Geräuschpegel erzeugt. Für Luftschallmessungen dient hierbei typischerweise ein Dodekaeder-Lautsprecher, oder für Trittschallmessungen ein Norm-Trittschall-Hammerwerk bzw. Normhammerwerk als Schallquelle. Die Schalldruckpegel im Senderaum und im angrenzenden Empfangsraum werden anschließend mit einem Bauakustikmesssystem ermittelt und anhand der Pegeldifferenz sowie weiterer Einflussgrößen wie Nachhallzeit und Bezugsfläche die Schalldämmung berechnet. Als Messgröße für die Luftschalldämmung wird das Bau-Schalldämm-Maß / Bauschalldämmmaß R’w und für den Trittschallschutz der Norm-Trittschallpegel L’n verwendet.

Benötigen Sie ein zuverlässiges Bauakustikmesssystem oder möchten Sie ein präzises Akustik Messsystem kaufen? Wir beraten Sie gerne zu unseren professionellen Lösungen für Ihre bauakustischen Anforderungen.

Bestimmung der Schalldämmung am Bau

Messung nach ISO 16283 (Schalldruckmessmethode) oder ISO 15186-2 (Schallintensitätsmessmethode)

Die Bestimmung der Schalldämmung kann entweder per Schalldruckpegelmessung oder per Schallintensitätsmessung erfolgen. Eine Schallintensitätsmessung ist zwar etwas komplexer, bietet aber die Möglichkeit die Dämmung einzelner Elemente innerhalb eines trennenden Bauteils, zum Beispiel von Türen, zu bestimmen.

Für die Bestimmung der Schalldämmung am Bau gelten folgende Normen:

  • DIN EN ISO 16283-1: Akustik - Messung der Schalldämmung in Gebäuden und von Bauteilen am Bau - Teil 1: Luftschalldämmung
  • DIN EN ISO 16283-2: Akustik - Messung der Schalldämmung in Gebäuden und von Bauteilen am Bau - Teil 2: Trittschalldämmung
  • DIN EN ISO 16283-3: Akustik - Messung der Schalldämmung in Gebäuden und von Bauteilen am Bau - Teil 3: Fassadenschalldämmung
  • DIN 4109-4: Schallschutz im Hochbau - Teil 4: Bauakustische Prüfungen
  • DIN EN ISO 10052: Haustechnische Anlagen in Gebäuden (Gebäudetechnische Anlagen)
  • DIN EN ISO 15186-2: Akustik - Bestimmung der Schalldämmung in Gebäuden und von Bauteilen aus Schallintensitätsmessungen

Messung und Auswertung im Nor145

Die Schallpegelmesser Nor145 (1-kanlig) und Nor150 (2-kanalig) bieten die komplette Projektverwaltung und Auswertung nach DIN EN ISO 16283-1/-2/-3 onboard. Die Messung, die Mittelwertbildung und die Auswertung - bis hin zur Berechnung der Einzahlangabe wie dem Bau-Schalldämm-Maß R'w - kann also am Schallpegelmesser erfolgen, ohne dass dafür ein externes Bedienelement erforderlich wäre. Bei dieser Einsatzvariante halten Sie sich selber im Raum auf und führen die räumliche und zeitliche Mittelung durch, indem Sie entweder den Schallpegelmesser während der Messung manuell durch den Raum schwenken oder mehrere Einzelmessungen an verschiedenen Positionen im Raum durchführen. Der interne Bauakustikmodus im Nor145 führt Sie durch die Messroutine der DIN EN ISO 16283, bildet Mittelwerte (aus mehreren Positionen oder Schwenks) und berechnet die Einzahlangaben nach ISO 717, wie z.B. das Bau-Schalldämm-Maß R’w (siehe Bild) oder der Norm-Trittschallpegel L’n.

Der Leistungsverstärker Nor282 - mit integriertem Akku und WLAN-Modul - kann über WLAN bequem vom Nor145/Nor150 aus gesteuert werden. Das Ein-/Ausschalten des Anregungssignals erfolgt synchronisiert mit Start/Stopp der Messung. Die Verstärkungsstufe des Nor282 lässt sich bequem im Menü des Schallpegelmessers einstellen.

 

Die Vorteile:

Kein externes Bedienelement erforderlich
Sehr schnell

Nachhallzeitmessung mit dem Schallpegelmesser Nor145 und der ORIGAMI-Impulsschallquelle

Bauakustiksystem mit Schallpegelmesser Nor145, Leistungsverstärker Nor282 & Dodekaeder Nor283

Steuerung über WLAN

Alternativ zur direkten Bedienung des Schallpegelmessers - bis hin zur Bestimmung des Schalldämm-Maßes onboard - kann der Nor145 auch als Messkanal bzw. Mess-Frontend gesteuert werden. Und das dank des onboard WLAN-Moduls auch kabellos. Die kostenfreie App NorVirtual ermöglicht die Steuerung eines einzelnen Nor145, wohingegen über die Software Nor850 mehrere Nor145 und Schallquellen synchron gesteuert werden können.

Die Vorteile der Steuerung über die Nor850:

Messung trotz schwankender Störgeräusche
(mittels SweptSine-Messverfahren)
Messung trotz hohem Grundgeräuschpegel
(mittels SweptSine-Messverfahren oder Terzrauschen)
Messung hoher Schalldämmungen
(mittels SweptSine-Messverfahren oder Terzrauschen)
Komplette Daten-Management-System

Bestimmung der Schalldämmung im Prüfstand

Messung nach ISO 10140 (Schalldruckmessmethode) oder ISO 15186-1 (Schallintensitätsmessmethode)

Für die Bestimmung der Schalldämmung im Prüfstand gelten folgende Normen:

  • DIN EN ISO 10140: Akustik - Messung der Schalldämmung von Bauteilen im Prüfstand
  • DIN EN ISO 10848: Akustik - Messung der Flankenübertragung ..
  • DIN EN ISO 15186-1: Akustik - Bestimmung der Schalldämmung in Gebäuden und von Bauteilen aus Schallintensitätsmessungen

Eine Schallintensitätsmessung ist zwar etwas komplexer, bietet aber die Möglichkeit die Dämmung einzelner Elemente innerhalb eines trennenden Bauteils, zum Beispiel von Türen, zu bestimmen. Im Labor ermöglicht die Intensitätsmessmethode auch eine gezielte Untersuchung einzelner Bauteilbereiche, um Schwachstellen oder Leckagen zu erkennen.

Steuerung von bis zu 32 Kanälen
In Form des Multikanal-Racks Nor850-MF1 oder kombiniert mit Schallpegelmessern Nor140 / Nor145 / Nor150 - via LAN oder WLAN
Steuerung der Mikrofonschwenkanlagen
Steuerung der Schallquellen
Automatisierte Testdurchläufe
Datenbank-, Archiv- und Such-Funktionen
Und mehr ...

Das Bild zeigt einen typischen Aufbau für die Messung der Luftschalldämmung im Labor, mit Mikrofonschwenkanlagen, zwei parallelen Lautsprechersystemen für Pegelmessungen und einen separaten Lautsprecher für Nachallzeitmessungen im Empfangsraum.

Die Möglichkeiten

Mit den flexiblen Möglichkeiten der sehr intuitiv zu bedienenden Bauakustiksoftware Nor850 lässt sich eine Vielzahl von Konfigurationsmöglichkeiten für Laboranwendungen realisieren:

Steuerung der Mikrofonschwenkanlagen Nor265A
Steuerung der Schallquellen Nor282 / Nor283
Steuerung mehrere Lautsprecher mit individuellen Rauschgeneratoren
Steuerung von Lautsprecherbewegungseinrichtungen
Automatisches Einlesen der Größen Temperatur, Feuchte, Luftdruck
Steuerung beliebig vieler Kanäle
In Form von Multikanal-Racks und/oder einer beliebigen Kombination von Schallpegelmessern Nor145 / Nor150 / Nor140 via LAN oder WLAN
Manuelle oder auch automatisierte Testdurchläufe
frei konfigurierbare Testsequenzen, inkl. entsprechender Ansteuerung der Schallquellen und Schwenkanlagen
Vernetzung aller Messkanäle, Schallquellen und Schwenkanlagen über LAN / WLAN
mit Zugriff auf alle Räume von jedem PC, der sich im Netzwerk befindet (z.B. im Kontrollraum)
Datenbank-, Archiv-, Sortier- und Such-Funktionen
ermöglichen einfaches Wiederfinden von alten Projekten / Messungen (mit vielseitigen Suchmöglichkeiten, z.B. nach Auftraggeber, Einzahlwert, Bauteil, etc.)
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